Herkunft des Wortes
Met
Das deutsche Wort Met hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm medhu,
mit dem zumeist der Honig bezeichnet wurde. Wie verbreitet dieser Wortstamm im
indogermanischen Sprachraum ist, zeigen folgende Beispiele: Das spanische und
französische miel oder das slawische möd bedeuten Honig. Auf
Dänisch und Norwegisch heißt Met mjød, auf Schwedisch mjöd. Im
Sanskrit bezeichnet das Wort mádhu, einen süßen, berauschenden Trank oder
Honig.
Entdeckung von Met
Es gilt als gesichert, dass Met und Traubenwein die ersten alkoholischen Getränke der
Menschheit nach dem Bier waren, welches auf eine noch ältere Geschichte zurückblicken
kann (neueste Quellen lassen sich auf etwa 5500 v.Chr. datieren). Verfahren zur
Herstellung von Wein waren in Ägypten und Vorderasien bereits um 3500 v. Chr. bekannt,
Metgewinnung hat eine etwas ältere Tradition. Der Honig wurde jedoch nicht nur gegessen,
sondern auch als Konservierungsmittel von leicht verderblichen Nahrungsmitteln gebraucht.
Oft hatte man Honig mit einem hohen Wassergehalt verwendet, oder an einem feuchten Ort
gelagert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Met entdeckt wurde, da die Gärung von Honig
bei genügend hoher Feuchtigkeit automatisch einsetzt.
Geschichte
Seit ältester Zeit stellten die Germanen, die durch die riesigen Wälder über
ausreichend Honig verfügten, Met her. Die spontane Verwandlung von Honigwasser in ein
viel geschmackvolleres Getränk mit der berauschenden Wirkung des Alkohols machten den Met
in der nordischen Mythologie zum Trank und Geschenk der Asen (Götter). Der Honigwein
wurde nicht nur auf Feiern in rauen Mengen getrunken, sondern diente als Trank der Götter
kultischen Handlungen. Durch den kultischen Status war der ausschweifende Genuss von Met
denn auch gleichzeitig Götteropfer. Die Edda enthält detaillierte Beschreibungen von
regelrechten Saufgelagen und den Folgen am nächsten Tag die Gelage waren wegen des
Hintergrundes aber eben nicht nur Besäufnisse, sondern auch Opferhandlungen.
Der Unterschied zwischen Feier und Opfer bestand prinzipiell nur darin, wem man die
verspeisten Lebensmittel widmete. Neben seiner Verwendung für Feste und Zeremonien war
Met aber auch ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im
mittelalterlichen Europa. Met genoss bis ins Mittelalter einen hohen Stellenwert. Durch
das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum
von Met stetig, weil die Herstellung von Met im Vergleich zu Bier und Wein teurer und
aufwändiger ist. Trotzdem wurde auch im Mittelalter Met produziert und getrunken. Kaiser
Karl der Große schrieb, dass in jedem landwirtschaftlichen Musterbetrieb Bienen
gezüchtet und Met produziert werden soll. Auch im Kloster St. Gallen wurde um 1000 Met,
zusammen mit Käse, als Nachtisch serviert.
Verwendung in
früherer Zeit
Met fand bei den früheren Völkern eine vielseitige Verwendung. Er spielte bei
Gastbewirtungen, in Gottesdiensten, als Opfergabe für die Götter, als Grabbeigabe, bei
religiösen Festlichkeiten, als Gesundheitsgetränk und in der Medizin eine Rolle. Die
antiken Griechen tranken fast ausschließlich Wein, aber Historiker sind sich einig, dass
in bienenreichen Gebieten Met hergestellt wurde. Als die edelste Spende für die Götter
galt im alten Griechenland das Melikraton. Zuerst war es ein Produkt aus Milch und Honig,
später wurde Wasser oder Wein anstelle von Milch verwendet. Pedanios Dioscurides nennt
das Melikraton auch Honigmet. Er beschreibt es als ein Gemisch aus einem Teil Honig und
zwei Teilen Wasser, das in die Sonne gestellt wird. Das Melikraton spielte eine besondere
Rolle bei Totenbeschwörungen und im Totenkult. Die Römer kannten den Met anfangs nicht.
Erst durch die römischen Eroberungen in Asien fand mit dem aufkommenden Wohlstand auch
der Met den Weg nach Rom. Die Römer tranken meistens Wein-Met, das mulsum,
als Tafel- und Gesundheitsgetränk. Sie versüßten ihren meist sauren Wein mit Met, oder
brauten ihr mulsum direkt in Wein anstatt Wasser. Wie die folgende Episode
zeigt, war mulsum ein Getränk für die Reichen und wurde meistens zur
gustatio serviert. Appius erzählt bei Varro (
), dass er in seiner
Jugend aus Sparsamkeit keinen Met trank und erst, nachdem er eine Erbschaft gemacht, in
seinem Hause Met zu bereiten begann; wenn gute Freunde zu Besuch kamen, habe er ihnen
allerdings jederzeit mit Met aufgewartet. Gelegentlich wurde mulsum
wegen seiner berauschenden Wirkung auch als Sorgenbrecher benutzt.
Met als Heilmittel
Mit den verschiedensten Zutaten hergestellt und vermischt, wurde der Met gegen die
unterschiedlichsten Krankheiten verwendet. Honig und Met besitzen eine antibakterielle
Wirkung. Schon antike Lehrbücher schrieben ihm Heilkräfte gegen Magen- und
Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege zu. Der Met wurde auch als Brech- und
Abführmittel bei Vergiftungen benutzt. Gegen Geschwüre und Entzündungen wurde er
gegurgelt. Die Römer verwendeten ihr mulsum mit den unterschiedlichsten
Zutaten gemischt gegen eine Vielzahl von Krankheiten: (
) mit Zusatz von
feingestossenen Haselnüssen zur Bekämpfung chronischen Hustens; mit Lolch vermengt,
heilt er Hüftschmerz; Mit Ervenmehl gemischt dient er Frauen zur Wiedergewinnung einer
gewissen Körperfülle nach Krankheiten und nützt bei Auszehrung. Vielmals wurde
der Met auch zum Süßen von bitter schmeckenden Arzneimitteln verwendet.
(Quelle: Wikipedia.de.)
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