Zeittafel
des Mittelalters

 


Definition „Mittelalter“
Der Begriff Mittelalter bezeichnet im Groben eine Epoche in der europäischen Geschichte zwischen der Antike (bis ca. 600 n. Chr.) und der Neuzeit (beginnt zwischen 1453 und 1517), die christliche und antike sowie keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.

Wesentlich genauer sind folgende Merkmale: Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts.

Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache. Daneben ist die Idee der Einheit der christlichen Kirche und ein recht einheitliches Weltbild kennzeichnend für diese Epoche. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters ist der Feudalismus.
Der Begriff Mittelalter wurde in der Form „medium aevum“ (mittleres Zeitalter) erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten eingeführt, die damit dann in den beiden folgenden Jahrhunderten zugleich auch das Verständnis der eigenen Epoche als "Epoche der Wiedergeburt" (Renaissance) begründeten.
Der Begriff des Mittelalters hat sich in der Folgezeit dann als Epochenbegriff mit tendenziell abwertender Bedeutung etabliert, wobei die Epochengrenzen meist einerseits mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahr 476 und andererseits mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen angesetzt wurde, letzteres speziell im Hinblick darauf, dass byzantinische Gelehrte bei ihrer Flucht in den Westen wichtige griechische Handschriften mitbrachten, die dem lateinischen Mittelalter unbekannt geblieben oder nur durch arabische Übersetzungen bekannt geworden waren. Umgangssprachlich werden heute Denk- oder Verhaltensweisen oder ganze Kulturen als „mittelalterlich“ bezeichnet, um ihnen einen besondere Rückständigkeit und Mangel an Aufklärung und Humanität zuzuschreiben.

Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, oder auch den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln. Im selben Zeitraum könnte man das Ende des Mittelalters in Deutschland auch mit der Reichsreform als dem verfassungsrechtlichen Ende des klassischen Feudalismus lokalisieren.

(Quelle:. wikipedia..de)

 

Untergliederung des Mittelalters
Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 10. Jahrhundert)
Hochmittelalter (Anfang 10. Jahrhundert bis ca. 1250)
Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)

 

Zeittafel

313 Mailänder Toleranzedikt: Gleichstellung des Christentums durch Kaiser Konstantin
326 Weihe der ältesten Peterskirche durch Papst Silvester
330 Konstantinopel (Byzanz) wird Hauptstadt des Reiches
375 - 568 Beginn der Völkerwanderung - wird in etwa als Beginn des Mittelalters angesehen.
Anlass der Völkerwanderung ist 375 die Vernichtung des Ostgotenreiches durch die Hunnen in Südrussland (u.a.).
395 Beim Tod Theodosius I. Reichsteilung in West- und Ostrom
410 Einnahme und Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich
441 - 453 Attila dringt ins Byzantinische Reich und unter anderem 452 in die ital. Po-Ebene vor.
um 450 Jüten, Angeln und Sachsen landen in England und verdrängen die Briten nach Wales, Cornwall und Schottland
(vermutliche Entstehung der "Artussage")
452 Leo I. der Große (440-461) erreicht durch Verhandlungen mit Attila den Rückzug der Hunnen
455 Eroberung und Plünderung Roms durch die Vandalen unter Geiserich
Frühmittelalter
468 Die Franken gründeten durch Chlodwig (482-511) ein Königreich
476 Die Absetzung des Kaisers Romulus Augustulus markiert das Ende des Weströmischen Reiches; Baubeginn von S. Stefano Rotondo
486 Sieg der Franken über die Alemannen und Westgoten, wonach das Reich fast das gesamte Gebiet des heutigen Frankreichs umfaßte
498 Übertritt König Chlodwigs zum katholischen Glauben. Die Kirche erwuchs zur politischen Stütze des Reiches
500 Theoderich in Rom
507 Chlodwig erobert mit burgundischer Hilfe das Westgotenreich bis zu den Pyrenäen
511 Nach dem Tode Chlodwigs wurde das Reich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt
531 Die Merowinger eroberten Thüringen und unterwarfen das Burgunderreich
536 Der oströmische Feldherr Belisar besetzt Rom: Beginn der byzantinischen Herrschaft in Italien; Codex Justinianus
539 Sieg der Merowinger über die Ostgoten
568 - 774 Die Langobarden fallen in Norditalien ein und gründen 568 das Langobardenreich.
579 Belagerung Roms durch die Langobarden
614 Die größten Länder des dt. Reiches der Franken wie Austrien, Neustrien und Burgund erhielten Verwaltungsautonomie. An die Spitze der königlichen Hofverwaltung traten Adelige, sog. Hausmeier (major domus). Durch Machtansprüche der Hausmeier und daraus folgende innere Wirren begann der Zerfall des merowingischen Staatswesens und begünstigte den Aufstieg der Karolinger
622 Vermutete Gründung des Königshofes Lutra unter König Dagobert I. aus dem Geschlecht der Merovinger
628 König Edwin läßt an Brunnen Schöpfgefäße anbringen
674 - 678 Die arabischen Angriffe auf Konstantinopel werden abgewehrt
687 Pippin II. der Mittlere (Regierungszeit 679-714) weitete die Macht der Karolinger aus und wurde als Majordomus von Austrien nach kriegerischen Auseinandersetzungen Hausmeier des Gesamtreiches. Sein unehelicher Sohn Karl Martell (Regierungszeit 714-741), ebenfalls Majordomus, führte das Reich wieder zusammen und unterwarf die Alemannen und Thüringer
697 Karthago wird durch arabische Heere eingenommen
711 Sarazeneneinfall in Spanien. Unter dem Feldherr Tarik setzen Araber bei Gibraltar über und dringen in das Westgotische Reich ein. (in etwa der. Beginn des Rittertums)
717 - 718 Die arabischen Angriffe auf Konstantinopel werden abgewehrt
718 Erste Romreise Bonifatius
732 Die inzwischen über Spanien nach Europa vorgedrungenen arabischen Heere werden von Karl Martell (Großvater von Karl d. Grossen) in der Schlacht bei Tours und Poitiers besiegt.
Kurz vor seinem Tode teilte er das Reich unter seinen Söhnen auf: Karlmann (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen, Pippin III. der Jüngere bekam mit Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen
742 - 814 Karl der Große (König der Franken ab 768; Kaiser ab 800)
751 Pippin III. wird nach dem Merowinger Childerich III. als erster Karolinger von den Franken zum König gewählt.
Er ließ sich auf Anraten des Papstes als erster fränkischer König mit dem heiligen Öl salben. Damit erkannte er die geistige Herrschaft des Papstes an.
Die langobardische Eroberung Ravennas bedeutet das Ende der byzantinischen Herrschaft in Mittelitalien
756 Belagerung Roms durch die Langobarden. Der von Stephan II. zu Hilfe gerufene Frankenkönig Pippin III. gibt das eroberte Land als "Pippinische Schenkung" an den Heiligen Stuhl. Der Frankenkönig tritt als "Patricius Romanorum" und Schutzherr Roms die Nachfolge des byzantinischen Exarchen an.
768 Pippin teilte das Frankenreich unter seinen Söhnen Karl (der Große) und Karlmann, der 771 stirbt, auf
Karl der Große wird in Aachen zum König gekrönt.
772 - 804 Sachsenkriege von Karl d. Großen
gegen die Langobarden und die germanischen Stämme im Norden, die er unterwarf und christianisierte.
772 Eroberung und Zerstörung der Ermesburg und Zerstörung der Irminsul (heiliger Holzstamm der Sachsen).
In der Folgezeit Massentaufen des Adels.
774 Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Grossen, Vereinigung mit dem fränkischen Reich. Langobardenkönig Desiderius wird zur Abdankung gezwungen.
Frankfurt (am Main), ursprünglich Römerkastell, dann fränkische Pfalz, unter dem Namen Franconofurd erstmals erwähnt; durch die Goldene Bulle (1356) Ort der Kaiserwahl, 1562-1806 Ort der Krönung des deutschen Königs bzw. Kaisers ( Paulskirche )
Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Grossen, Vereinigung mit dem fränkischen Reich. Langobardenkönig Desiderius wird zur Abdankung gezwungen.
781 Rüstungsembargo der Franken gegen Slaven
782 Blutbad von Verden a. d. Aller: Hinrichtung von (angeblich) 4500 aufständischen Sachsen durch Karl den Grossen.
Daraufhin erneute sächsische Aufstände, Karl d. Grosse dringt bis zur Elbe vor.
785 Friedensschluss zwischen Widukind und Karl, Taufe von Widukind.
790 Die Pfalz in Worms brennt ab
791 Avarenfeldzug scheitert an Pferdeseuche im fränkischen Lager
bis zum 11.Jh Die Todesstrafe ist für "Zaubereisünden" noch nicht vorgesehen. Zauberei und auch Ketzerei werden meist mit Kirchenbußen belegt. Karl der Große verbietet den Sachsen die Hexenverbrennung
793 Die Wikingerzeit beginnt mit der Plünderung des Klosters Lindisfarne in England.
795 Die ehemalige römische Siedlung Köln wird zum Erzbistum
797 - 802 Gesandtschaft Karls des Großen zum Kalifen von Bagdad
800 Kaiserkrönung Karls des Großen durch Leo III. am 23. + 24.12.800
Beginn des fränkischen Imperiums
802 "Lex Saxonum" ist das sächsische Gesetz, das den Sachsen, obwohl am fränkischen "Lex Ripuaria" orientiert, größtenteils ihr altes Volksrecht wiederbringt. Ende der Sachsenkriege.
806 Errichtung des Kastells "Halla" durch den Frankenkönig Karl, Sohn Karls des Großen.
814 28.01.   Todestag Karls des Großen
Nach dem Tode Karls regierte sein Sohn Ludwig der Fromme (bis 840). Durch die Nachgiebigkeit Ludwigs gegenüber der Kirche und dem Adel entstand ein Rückgang der Zentralmacht des Frankenreiches
836 Normanneneinfälle, unter anderem in London.
843 Reichsteilung: Im Vertrag von Verdun wurde das Reich Karls des Großen unterteilt in ein Mittel-, Ost- und Westreich. Kaiser Lothar I. (840-855) erhielt das Mittelreich mit den Kaiserstädten Aachen und Rom, Ludwig der Deutsche (843-876) das Ostfrankenreich, Karl II., der Kahle (843-877) das Westfrankenreich zugesprochen.
845 Normanneneinfälle, unter anderem in Hamburg und Paris.
846 Plünderung Roms durch die Sarazenen
847 Leo IV. läßt den Vatikan durch die Leoninische Mauer befestigen
850 Markgraf Liudolf wird Herzog in Ostsachsen (Vorfahr Otto des Großen)
860 Norwegische Wikinger entdecken Island
870 Aufteilung des Mittelreiches mit Lothringen, Burgund, der Provence und Italien auf das Ost- und Westfrankenreich
ab 871 wurde England von angelsächsischen Königen regiert, die aus den skandinavischen Normannen hervorgingen
881 - 882 Normanneneinfälle in Köln und Aachen - in Aachen Zerstörung der Kaiserpfalz.
885 Alfred d. Große befreit London von den dänischen Wikingern
906 Zerstörung des Großmährischen Reiches durch die Ungarn (Magyaren)
um 906 "Canon episcopi", für Jahrhunderte verbindliche kirchliche Rechtsverordnung: Luftfahrten von Frauen und Verwandlung von Menschen in Tieren werden erörtern und genau beschrieben, aber allerdings als Vorspiegelung des Teufels und Wahnvorstellungen bezeichnet
909 Gründung der Benediktinerabtei in Cluny
910 Gründung des Klosters Cluny, das keinem weltlichen Herrn, sondern nur dem Papst unterstellt war. Im Laufe von 200 Jahren schlossen sich mehrere hundert Klöster der Gemeinschaft der Cluniazenser an
Hochmittelalter
919 Heinrich I. wird in Fitzlar zum König von Franken und Sachsen gekrönt.
Erstmalige Verwendung des Namens "Reich der Deutschen". Er führte heftige Kämpfe gegen die Dänen, Ungarn und heidnischen Slawen zwischen Elbe und Oder.
929 - 930 Tributzahlung Heinrich I. an die Ungarn,
Beginn von Aus- und Neubau von Burgen, u.a. in Magdeburg, Merseburg, Quedlinburg, Meißen und Hersfeld
933 Sieg über die Ungarn bei Merseburg.
936 Königskrönung Otto I (Sohn Heinrichs) in Aachen
955 Otto I. schlägt die Ungarn am 10.08. auf dem Lechfeld bei Augsburg,
im Oktober Sieg über die Slawen a. d. Recknitz
962 Otto I. wird in Rom vom Papts zum römischen Kaiser gekrönt.
Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen
985 Verleihung des Rechtes an Lautern auf Markt, Zoll und Bann durch Otto III
um 993 Entdeckung Amerikas (Winland) durch den Wikinger Leif Eriksson
um 1000 Entdeckung der Nordostküste Amerikas durch die von Island aus begonnenen Osebergschiffahrten der Wikinger
1000 - 1200 Aufkommen und große Verbreitung von häretischen Sekten in europäischen Ländern.
Dieses zwingt die Kirche, ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben zu ändern und seine Existenz einzugestehen
1004 Königskrönung von Heinrich II. in Pavia (1000 - 1024)
1024 Auf die sächsischen Ottonen folgten mit Konrad II. die fränkischen Salier, die das deutsche Reich nach Osten und Westen erweiterten
1043 - 1099 Die Reconquista, die Rückeroberung Spaniens, schreitet unter Rodrigo Díaz, bekannt auch unter dem Beinamen "El Cid", voran. Der Südosten und Granada bleiben in arabischem Besitz.
1054 Königskrönung Heinrich IV. in Aachen im Alter von vier Jahren, Heinrich wird erst 1065 mündig
Kirchenspaltung in katholische (Rom) und orthodoxe Kirche (Byzanz)
1063 Die Normannen beginnen von Süditalien aus mit der Eroberung Siziliens, welches seit ca. 825 in arabischer Hand ist.
1066 Schlacht bei Hastings. Wilhelm der Eroberer besiegt König Harald II. und wird zum englischen König gekrönt.
Nach der siegreichen Schlacht bei Hastings wurde ganz England von französischen Normannen unterworfen. Auf Wilhelm den Eroberer (1066-1087 König von England) folgten bis 1272 mehrere Könige, darunter der dänische Wikinger Knut der Große. Aus angelsächsischen und normannisch-romanischen Elementen auf keltischer Grundlage formte sich die englische Nation
Heinrich IV heiratet Bertha von Susa in der Pfalz Trebur
Gregor VII. eröffnet den Investiturstreit mit dem Kaisertum
1073 Ausbruch des Investiturstreits zwischen Kirche und Staat aufgrund des Verbots der Laieninvestitur (Einsetzung der Äbte und Bischöfe durch den Kaiser) von Papst Gregor VII
1074 - 1075 Beginn des Investiturstreits, Papst Gregor VII. erläßt Zölibatsvorschriften für Priester und verbietet die Einsetzung von Laien in kirchliche Ämter
1076 Synode von Worms: Heinrich IV. und die deutschen Bischöfe erklären Papst Gregor VII. für abgesetzt. Heinrich IV. wird daraufhin von Gregor VII. im April mit dem Kirchenbann belegt und exkommuniziert. Mit dem Bann wird gleichzeitig der Treueid zwischen Heinrich IV. und seinen Gefolgsleuten aufgelöst
1077 Gang nach Canossa: durch den Bußgang König Heinrichs IV. nach Canossa wird der über ihn verhängte Bann von Papst Gregor aufgehoben
1077 - 1080 Rudolf von Schwaben wird von den Fürsten zum Gegenkönig gewählt. 1080 wird er bei Hohenmölsen besiegt.
1080 - 1111 Mehrere Gegenpäpste, zeitweilig gab es gleichzeitig drei Päpste
1081 - 1088 Gegenkönig: Herman von Salm
1084 Kaiserkrönung Heinrich IV. in Rom durch Gegenpapst Klemens III
1090 In Freisingen werden 3 sog. Wettermacherinnen verbrannt (damals gegen den Willen der Kirche)
1095 Auf der Synode von Clermont wird von Papst Urban II. zum Ersten Kreuzzug aufgerufen (»Deus lo volt« = Gott will es). Vorangegangen war die Nachricht, dass moslemische Seldschuken große Teile Kleinasiens erobert hatten.
1096 Schwere Judenverfolgungen in Speyer, Worms, Trier, Metz, Köln, Neuss und Xanten durch die Kreuzfahrer und einzelner Horden (ca. 4000 - 5000 Todesopfer).
Beginn der Kreuzzüge. Die von dem Araber Mohammed in Mekka 630 begründete Religion des Islams wurde zur Bedrohung für Byzanz. Da sich auch die heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem in den Händen der Araber befanden, rief Papst Gregor VII. zum Kreuzzug auf.
1. Kreuzzug - von Papst Urban II. veranlaßt - mit dem Ziel Jerusalem zu erobern und die Macht des türkischen Islam zu stoppen.
Aufbruch eines großen christlichen Heeres Richtung Osten (ca. 50000 - 70000 Menschen)
1098 Gründung des Zisterzienserordens durch Abt Robert Citeaux
1099 Ende des Ersten Kreuzzuges: Am 15.7.1099 gelingt nach mehrwöchiger Belagerung die Erstürmung Jerusalems (grausames Massaker an der Bevölkerung von Jerusalem durch die Kreuzfahrer, kaum ein Bewohner, ob Jude oder Moslem überlebte, auch Frauen und Kinder wurden nicht verschont)
1100 Ausgehend von Frankreich verbreitet sich das Turniers als ritterliches Kampfspiel
Die Äbtissin Hildegard von Bingen kritisiert kirchliche Missstände und schreibt religiöse und wissenschaftliche Texte
1100 - 1150 Beginn der Troubadeurskunst
Beginn der Notre-Dame-Epoche
Aufkommen des Minnesanges mit einem Instrument, das die Kreuzfahrer aus den arabischen Ländern mitbrachten: der Laute
1113 Der Johanniterorden wird gegründet: Schwarzer Mantel mit weißem Kreuz, im Krieg roter Waffenrock mit weißem Kreuz (Malteserkreuz). Vorläufer war die Bruderschaft des Spitals in Jerusalem
1119 Der Orden der Tempelherren (Templer) wird gegründet: Weißer Mantel mit rotem Kreuz
Die erste europäische Universität wird in Bologna gegründet,
Paris um 1150, Oxford 1163, Salamanca 1218 und Cambridge 1229 folgen
1122 Mit dem Konkordat von Worms endet der Invesiturstreit, indem Heinrich V. auf die Einsetzung der Bischöfe verzichtet
(Der Papst ernennt die Bischöfe, der Kaiser jedoch stattet sie mit weltlicher Macht aus, Bischöfe müssen dem Kaiser den Lehnseid schwören)
1125 Wahl und Krönung Herzog Lothars von Sachsen zum deutschen König
1125 - 1190 Deutsches Reich der Staufer-Könige
1127 Erste Ritterturniere in Deutschland
1128 Konrad III. wird Gegenkönig, Krönung zum König von Italien in Monza
1132 - 1133 1. Italienzug Lothars und Kaiserkrönung in Rom
1136 - 1137 2. Italienzug Lothars, Sieg über die Normannen und Eroberung Süditaliens.
Lothar stirbt auf dem Rückweg in Tirol
1138 Wahl und Krönung Konrad III. zum deutschen König
1146 Aufruf zum 2. Kreuzzug durch Papst Eugen III
1147 Bernhard von Clairveaux veranlasst den 2. Kreuzzug unter Stauferkönig Konrad III
1147 - 1149 Die Rückeroberung Edessas, Ziel des Zweiten Kreuzzugs unter dem Staufer Konrad III. und Ludwig VII. scheitert
1152 Konrad III. stirbt in Bamberg an Malaria.
Wahl und Krönung (in Rom) Friedrich I. (Barbarossa) zum deutschen König
1154 - 1155 1. Italienzug Friedrich I., Kaiserkrönung in Rom
1158 Regierungsbeginn Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Unter ihm erreichte die Stauferzeit ihre Blüte in Baukunst, höfischer Ritterkultur und Wissenschaft (um 1200 Gründung von Universitäten in Paris und Bologna)
1159 Beginn des Schismas zwischen kaiserfreundlichem und sizilienfreundlichem Papst
um 1160 Bildung der Gebossenschaft deutscher Kaufleute (Deutsche Hanse)
1163 Bau der Kathedrale Notre-Dame in Paris beginnt
1165 Heiligsprechung Karls des Grossen durch Gegenpapst
1169 Wahl und Krönung Heinrich IV. zum deutschen König
1170 - 1220 Blüte der höfischen Dichtung und des Minnesangs mit Chrétien de Troyes, Wolfram von Eschenbach,  Hartman von Aue, Neidhart von Reuenthal und Walter von der Vogelweide
1177 Ende des Schismas
1179 Der Lyoner Kaufmann Waldes wird zum Armutsideal bekehrt. In der Folge entsteht die Sekte der Waldenser mit ihrem strengen Biblizismus
Das Laterankonzil ruft die weltlichen Mächte zur Bekämpfung der Ketzerei auf, und sofort begann eine entsprechende Kampagne
1187 Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin, Sieg über die Christen bei Hattin.
Aufruf zum 3. Kreuzzug auf dem Reichstag zu Straßburg
1189 - 1192 Der Dritte Kreuzzug unter Kaiser Friedrich I.
Barbarossa ertrinkt 1190 im Fluss Saleph. Richard Löwenherz erobert Akkon und erreicht einen Waffenstillstand mit Saladin. Gefangennahme von Richard Löwenherz durch Leopold von Österreich
1191 Kaiserkrönung Heinrich VI. in Rom
1194 - 1195 Freilassung von Richard Löwenherz.
Heinrich VI. erobert Normannenreich, Krönung in Palermo zum König
1196 - 1227 Der Stammesfürst Temudschin wird 1196 zum Dschingis-Khan erhoben und unterwirft bis zu seinem Tod 1227 als »Geißel Gottes« weite Teile Asiens
1198 Der Deutsche Orden, 1190 vor Akkon als Bruderschaft zur Krankenpflege gegründet, wird zum Ritterorden umgewandelt: Weißer Mantel mit schwarzem Kreuz.
Doppelwahl Phillips von Schwaben und Otto IV. zum deutschen König. "Bürgerkrieg" zwischen den Welfen und Staufern.
Aufruf zum 4. Kreuzzug durch Papst Innozenz III.
1189 - 1216 Papst Innozenz III. Unter ihm Höhepunkt der päpstlichen Machtstellung: Sizilien, England und Portugal sind bzw. werden päpstliche Lehen; Eingreifen in die inneren Verhältnisse Deutschlands und Frankreichs; Zentralisation der päpstlichen Gewalt innerhalb der Kirche; Errichtung einer lateinischen Kirche im Lateinischen Kaiserreich; Inquisition gegen sog. Ketzer; Aneignung von vom Reich beanspruchten Gebiete in Mittelitalien
1199 verbietet Innozenz III. die Bibellektüre in "occultis conventiculis" (privaten Zusammenkünften) als Reaktion auf die Katharer- und Waldenserbewegung
ab dem 13Jh Beginn der Inquisition. Identifizierung der Ketzerei mit der Hexerei. Für die Kirche ging es dabei nicht um ein theologisches Problem oder eine Grundsatzdiskussion wie zur Zeit der ersten Häretiker, sondern um die Bekämpfung der Autorität feindlicher, gut organisierter Gruppen und natürlich um den eigenen Machterhalt. Beispielsweise ist die Vormachtstellung die katholische Kirche in der Languedoc bedroht. Inquisitionsverfahren als eigentliche Waffe der Kirche gegen Zauberei und Ketzerei
Örtliche Verbote des Besitzes von Übersetzungen der Bibel, gestattet sind nur Brevier und Psalter (auch für die Geistlichen)
1202 - 1204 Das Ziel des Vierten Kreuzzugs soll Ägypten sein, durch Tranportprobleme des Heeres gelingt es dem venezianischen Dogen, die Kreuzfahrer nach Konstantinopel umzuleiten, das 1203 und 1204 erobert wird
1208 Ermordung König Phillips
1209 - 1211 Kaiserkrönung Ottos VI.,
Verhängung des Kirchenbanns über Otto VI. von Papst Innozenz
1209 - 1229 Durch die Albigenserkreuzzüge, geführt von der römischen Kirche zusammen mit der französischen Krone, erstirbt die katharische Bewegung in Südfrankreich und ein Großteil der dort ansässigen Bevölkerung und ihrer Kultur wird ausgerottet. Damit wird auch die theologische Blüte der Katharer zerstört. Trotzdem bedeutet dies noch kein endgültiges Aus für diese Sekte. Noch bis 1412 existieren der Inquisition zum Trotz einzelne Katharergruppen in abgelegenen Pyrenäengegenden, Nordwestitalien und Sizilien
1212 Im Kinderkreuzzug ziehen ca. 7000 Kinder nach Genua. In Italien verliert sich ihre Spur, es gibt keine sicheren Berichte über deren Verbleib. Es gibt aber Thesen, nach denen mehrere tausend Kinder von Marseille aus als Sklaven nach Ägypten verkauft worden seien
1215 "Magna Charta" (libertatum): Englische Barone erzwingen von König Johann I. ("ohne Land") folgende Privilegien: freie Städte, freier Verkehr der Kaufleute, Erblichkeit der Lehen und freie Wahl der Bischöfe durch die Geistlichkeit.
König Johann verbriefte das Widerstandsrecht der Barone gegen den englischen König. Die Magna Charta gilt als Grundstein der englischen Verfassung
4. Laterankonzil: Verkündigung, dass es den Teufel wirklich gebe und er von den niederen Dämonen zu unterscheiden sei. Die Erklärung lautete, dass Gott den Teufel und andere Dämonen von Natur aus gut erschaffen habe, dass sie aber aus eigenem Willen schlecht geworden seien
nach 1215 Unter Innozenz III. und Gregor IX. wird die Inquisition unabhängig von den Bischöfen und direkt dem Papst unterstellt. Eine Art des Prozesses ist im Entstehen
1216 Der Bettelorden der Dominikaner wird gegründet und vom Papst bestätigt
1220 - 1231 Übertragung von königlichen Rechten an Fürsten
1223 Der Bettelorden der Franziskaner wird gegründet und vom Papst bestätigt
1225 - 1247 Thomas von Aquin bestätigt die Existenz von Hexen und folglich auch von Dämonen. Er erklärt, dass es die Magie gebe und dass sie nicht das Werk der Hexen, sondern der Teufel sei. Er gilt als bedeutendster Philosoph und Theologe des Mittelalters mit Einfluss auf die katholische Lehre bis heute. Er entwickelte eine Aberglaubenstheorie, wonach der Mensch mit den Dämonen einen ausdrücklichen oder stillschweigenden Pakt eingehen kann. Somit können alle abergläubischen Handlungen ketzerisch sein. Er behauptet die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs zwischen Menschen und Dämon (Teufelsbuhlschaft)
1227 Papst Gregor IX. richtet Inquisitionsgerichte ein
1227 - 1254 Erbitterter Machtkampf der Staufer mit dem Papsttum, der mit dem Tod des Stauferkönigs Friedrich II. im Jahre 1250 endet. Sein Tod beendete gleichzeitig die Stauferepoche
1228 - 1229 Im Fünften Kreuzzug erhält Friedrich II. durch Vertrag von Sultan Elkamil von Ägypten Jerusalem, Nazareth und Bethlehem
1229 Synode von Toledo, mit Zustimmung des Papstes Gregor IX. wird beschlossen, dass die Bischöfe Südfrankreichs einen Priester in jeder Gemeinde ernennen, der zusammen mit einigen Rechtskundigen die Rechtgläubigkeit der Gemeindemitglieder überprüft und die Ketzer anzeigen sollte. Einführung des geistlichen Gerichts durch den Grafen von Toulouse.
Die Synode verbietet auch Laien den Besitz einer Bibelübersetzung. Einzige Ausnahme: der Psalter
1232 Kaiser Friedrich II. verlegt seinen Sitz nach Palermo und fördert Kunst und Kultur. Er gesteht den deutschen Fürsten und den geistlichen Herrschern mehr Hoheitsrechte zu
Die römische Inquisition wird zu einer festen Institution unter Leitung des Papstes. Ihre Mitglieder rekrutieren sich hauptsächlich aus dem Dominikanerorden
1234 Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen (Bauern); Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes/Frosches, Homagium. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten; Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an
1235 Breve von Papst Gregor IX., die Inquisition wird endgültig eingesetzt. Die Kirche gab das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen auf. Gregor IX. überträgt den Dominikanermönchen diese Aufgabe
1241 Schlacht bei Liegnitz zwischen dem deutsch-polnischen Ritterheer und den Mongolen. Obwohl die Mongolen siegen, ziehen sich diese aufgrund des Todes ihres Groß-Khans nach Asien zurück
1248 - 1254 Der Sechste Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich mit Ziel Ägypten scheitert, Ludwig gerät mitsamt Heer in Gefangenschaft, wird aber gegen Lösegeld freigelassen
Spätmittelalter
um 1250 Beginn der Inquisition
und der Verfolgung von Menschen, die von den katholischen Glaubenssätzen abwichen, als Ketzer sowie deren Folterungen und Verbrennungen. Im Laufe der Zeit mehrere Millionen Opfer
Die Carmina Burana entsteht als Sammlung mittelalterlicher und deutscher Lieder
Mittelalterliche Einteilung der "freien Künste" in "Trivium" (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und "Quadrivium" (Musik, Astronomie, Arithmetik, Geometrie)
1254 Hofkaplan Robert de Sorbon gründet in Paris die Theologenschule, die ab dem 14. Jh. nach ihm "Sorbonne" genannt wird
1260 Die alchimistische Theorie vom "Stein der Weisen", der zufolge nach die Metalle aus Quecksilber, Schwefel und Salz bestehen und sich ineinander umwandeln lassen
1265 Marco Polo beginnt seine Forschungsreisen in den Fernen Osten
1270 Ludwig IX. kommt im Siebten Kreuzzug mit seinem Heer vor Tunis um.
1273 - 1291 Rudolf I. von Habsburg wird als erster Herrscher der Habsburger zum König des Deutschen Reiches gewählt
1275 Marco Polo reist nach China und gelangt nach Peking
um 1280 Deutsche Hanse: Beginn der Bildung der Gesamthanse (Städtehanse) mit dem Vertrag Lübeck-Visby-Riga zum Schutz ihrer Händler: nicht mehr die Kaufleute versprechen sich gegenseitig Schutz, sondern die Städte
1280 - 1368 herrschten in Außereuropa die Mongolen vor und unterhielten ein Weltreich mit Zentrum in China. Eine westasiatische Machtballung der Mongolenzeit war das Reich der "Goldenen Horde". In den Teilfürstentümern, die von den Mongolen in Rußland beherrscht wurden, entwickelten sich Gegenströmungen mit dem Zentrum Moskau
1297 William Wallace besiegt in einem schottischen Volksaufstand bei Stirling Eduard I. und setzt nach der Niederlage bei Falkirk den Kampf bis zu seiner Hinrichtung 1305 fort.
um 1300 Neue Erfindungen und Berufe: Apotheker in Deutschland, Brillen, Räderuhr und Hemmrad in Italien, Glasfenster finden Verbreitung, der Trittwebstuhl wird erfunden. In Brügge werden die ersten Messen veranstaltet, Antwerpen, Lyon und Genf werden wichtige Handelsstädte und politische Zentren
1302 Papst Bonifaz VIII. verkündet in seiner Bulle "Unam sanctam" den päpstlichen Weltherrschaftsanspruch
1307 - 1311 Ketzerprozesse gegen die Templer; offizielle Auflösung 1312 durch den Papst
1309 Papst Clemens V. verlegt den Papstsitz nach Avignon. Damit beginnt die so genannte "Babylonische Gefangenschaft der Kirche".
(Das Papsttum geriet nach seinem übersteigerten Machtanspruch - zuletzt unter Papst Bonifaz VIII. in völlige Abhängigkeit von Frankreich. Fast siebzig Jahre bestand eine Schattenherrschaft der Päpste in Avignon weiter.)
1311 Dante arbeitet an der Göttlichen Komödie
1318 In Venedig wird ein Gesetz zur Geldüberschreibung (Giro) erlassen und damit ein neues Zahlungssystem entwickelt
1328 - 1341 Beginn der "Sammlung der russischen Erde" durch Iwan I. mit langsamer Ausdehnung. Die erfolgreiche Verdrängung der Goldenen Horde fand jedoch erst 1502 statt.
1328 - 1498 Regierung von Königen aus dem Hause Valois, einer Nebenlinie der Kapetinger, die unter ihrem ersten Repräsentanten Philipp VI. (1328-1350) begann.
1335 - 1353 Prozess von Toulouse; Vorwürfe: Anbetung des Teufels, Sabbat, Reigentanz; Motive hinter den Vorwürfen: religiöser Fanatismus des Inquisitionen; Reaktion: Ketzerprozess
1339 - 1453 1339 beginnt Eduard III. den Hundertjähriger Krieg zwischen Frankreich und England.
Er wurde ausgelöst durch Erbansprüche Eduards III. an den französischen Thron und endete mit der wirtschaftlichen Ausblutung beider Länder.
Jeanne d'Arc besiegt vor Orleans die englischen Truppen und erreicht die Krönung Karls VII. zum König von ganz Frankreich (1429). Sie selbst wird in englischer Gefangenschaft als Hexe verbrannt (1431)
1346 Schlacht von Crécy am Samstag, dem 26. August 1346
Einer der vielzitierten Höhepunkte des hundertjährigen Krieges - Der Triumph des englischen Langbogens
1347 - 1350 Die Pest (der schwarze Tod), die 1346 ausbrach, wütet in Europa. - Ihr fallen ca. 25 Millionen Menschen zum Opfer!
1350 Teilung des englischen Parlaments in Ober- (House of Lords) und Unterhaus (House of Commons), das das Petitionsrecht erhält
1348 Geißlerzüge
um 1350 Es tritt eine deutliche Vermischung der meisten Elemente des Zauberwahns mit der Ketzervorstellung ein: der Hexenbegriff des 15. Jahrhunderts bildet sich, die Zuspitzung auf Frauen fehlt aber noch
Beginn der Blütezeit der Hanse, ein Zusammenschluß nordeuropäischer, vorwiegend deutscher Städte, zur Sicherung von Handel und Schiffahrt. Die Kolonisation des Ostens steigerte den Warenaustausch (Rohprodukte aus dem Osten, Fertigwaren aus dem Westen). Die Städte erhielten Selbstverwaltungsrechte und damit starken politischen Einfluß. Es wurden Verkehrsverbindungen ausgebaut, so daß sich auch der Landhandel über die Landesgrenzen hinaus entwickeln konnte. Neben dem feudalistischen Adelsstand entstand allmählich das Bürgertum.
1353 Boccaccio vollendet seine Novellensammlung "Decamerone"
1356 Erster allgemeiner Hansetag: Die Städtehanse beginnt zu entstehen. (Seeräuberproblem; flandrische Problematik Hundertjähriger Krieg wirkt sich auf Schiffahrt und Wollexport nach Flandern aus - Städte ziehen Interessenvertretung vom Brüger Kontor an sich)
In der "Goldenen Bulle" von Prag bestätigt Kaiser Karl IV. den sieben deutschen Kurfürsten das Recht zur ausschließlichen Königswahl. Die goldene Bulle regelte die Königswahl durch drei geistliche und vier weltliche Reichsfürsten. Die Einmischung des Papstes wird abgelehnt. Krönungsort war von 936 bis 1531 Aachen, danach Frankfurt.
Darin wird auch die durch die Deutsche Hanse kurz zuvor beschlossene Gründung und Tätigkeit von Städtebünden verboten
1370 Der Friede von Stralsund festigt die Entwicklung und Vormachtstellung der Deutschen Hanse
1378 - 1417 Die Papstmacht wird weiter geschwächt durch das große Schisma mit Gegenpäpsten in Avignon und Rom
1401 In England wird die Todesstrafe für Ketzerei eingeführt
1401 - 1402 Italienzug des Deutschen Kaisers Ruprecht von der Pfalz
1410 Niederlage des Deutschen Ordens gegen Polen/Litauen:
In der Schlacht bei Tannenberg besiegt ein polnisch-litauisches Heer den deutschen Ritterorden - ein Niedergang nach hoher wirtschaftlicher und kultureller Blütezeit im 14. Jahrhundert.
1411 1. Thorner Frieden zwischen Polen und dem Orden
1414 - 1418 Konzil zu Konstanz; Großeinsatz von mehr als 2000 Hübschlerinnen.
Hier auch 1415 Verurteilung und Verbrennung des böhmischen Reformators Johann Hus
1415 In der Schlacht von Azincourt siegt Heinrich V. gegen Frankreich.
Die Normandie und Paris werden besetzt, Heinrich wird an der Regierung Frankreichs beteiligt
Beginn der Entdeckungen in Afrika unter Heinrich dem Seefahrer (Portugal)
Auf dem Konstanzer Konzil werden die Schriften Wyclifs und Hus' als häretisch verdammt und verbrannt.
Auch Johann Hus selbst wird auf dem Konzil der Ketzerei für schuldig befunden und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1419 - 1436 Der erste Prager Fenstersturz (bei der Befreiung hussitischer Gefangener stürzen zwei Ratsherren Königs Wenzels aus dem Fenster). am 30. Jli 1419 war der Auftakt zu den 15 Jahre dauernden Hussitenkriegen als Folge der Verbrennung des Johann Hus.
Erfolgreicher Einsatz militärischer Neuerungen (Wagenburgen, Volksaufgebote) gegen die Ritterheere des Reiches. Vorstoß hussitischer Heere bis tief ins Reich (Belagerung von Nürnberg)
1429 Jeanne d'Arc führt, göttlicher Eingebung folgend, die Franzosen zu neuem Widerstand gegen die englische Belagerung von Orleans
1431 Jeanne d'Arc wird aus politischen Gründen auf Betreiben der englischen Besatzungsmacht in Frankreich der Ketzerei angeklagt, um so den Widerstandswillen der Franzosen zu brechen. Vorwürfe: Bezweiflung der Autorität der Kirche. Noch im selben Jahr wird sie von der Inquisition als Ketzerin in Rouen verbrannt
1438 Das Haus Habsburg erringt die Kaiserwürde
1440 Friedrich III wird Deutscher Kaiser
Portugiesische Seefahrer beginnen mit der Kolonisation der Azoren und der westafrikanischen Küste
1445 Johann Gensfleich (Gutenberg) aus Mainz entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Lettern und druckt die erste mit austauschbaren Typen gedruckte Gutenberg-Bibel.
Die Erfindung der "Schwarzen Kunst", also des Buchdrucks mit gegossenen beweglichen Lettern und vor allem die Entwicklung einer für die Massenherstellung der Lettern geeigneten, leicht zu handhabenden Gießform markiert für viele das Ende des Mittelalters.
1447 Die vatikanische Bibliothek wird gegründet
um 1450
bis ca. 1700
Es folgen weitere wissenschaftliche Begründungen für den Dämonenglauben. Da der Teufelspakt Abfall von Gott bedeutet, wird ein besonderer Verbrechensbegriff "die Hexerei" entwickelt. Die Hexenverfolgungen beginnen
1453 Niederlage des letzten englischen Heeres gegen Frankreich bei Castillon - Ende des 100jährigen Krieges
Ende des oströmische Reich Byzanz nach über tausend Jahren durch türkische Eroberung. Die Türken drangen nach der Eroberung auf den Balkan vor. Die Folge der Eroberung von Byzanz war die Flucht vieler Gelehrter nach Italien. Sie brachten das Gedankengut des griechischen Altertums mit und begründeten so die Wiedergeburt der Antike, die italienische Renaissance
1455 Beginn der Rosenkriege
In England bekämpften sich bis 1485 die Adelshäuser Lancaster (Wappen: Rote Rose) und York (Wappen: Weiße Rose), in denen die Zahl der Adeligen durch Ausrottung auf die Hälfte dezimiert wurde.
1456 Die Verbreitung von Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärft die Verfolgungen
Rehabilitierung von Jeanne d'Arc
1459 religiöser Fanatismus der Inquisitoren führt zum Übergang vom Ketzer- zum HexenProzess. Es entwickelt sich das Denunziationsprinzip..
1466 2. Thorner Frieden; Unterwerfung des Deutschen Ordens unter Polen
1467 Karl der Kühne wird Herzog von Burgund.
Beginn der Burgunderkriege mit dem Ziel der Vereinigung der räumlich getrennten Teile des Herzogtums von Seeland (Nordsee) bis Marseille.  - Burgund wird der reichste und mächtigste Staat Europas
1470 Aufbau eines spanischen Reiches unter Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien - ausgelöst durch die Streng katholischer Herrscher
1471 - 1473 Krieg der Hanse gegen England
1476 - 1477 Niederlagen Burgunds gegen die Schweizer bei Grandson, Murten und Nancy.
Tod Karls des Kühnen in der Schlacht bei Nancy
1477 Maximilian, Sohn des Deutschen Kaisers, heiratet Maria, Tochter Karls des Kühnen
Beginn der Kriege gegen Frankreich und die Niederlande zum Erhalt seines Erbes (Burgund)
1481 Die Inquisition erreicht ihren Höhe punkt und führt zu fanatischer Religiosität
1483 Sieg Heinrich Tudor über Richard II bei Bosworth - Ende der Rosenkriege
1484 "Summis desiderantes" Ketzer/Hexenbulle des Papst Innozenz VIII. Auf Wunsch von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Mit dieser allgemein gehaltenen Bulle gelang es mit päpstlicher Autorität jeden Widerstand und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Prozesse und Hinrichtungen im Keim zu ersticken. Richtet sich gegen den Abfall vom katholischen Glauben bei Männer und Frauen gleichermaßen. Der Vorwurf der Schadenszauberei konzentriert sich auf die Verhinderung der Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Pflanze.
1487 "Malleus Maleficarum" (maleficarum, grammatikalisch weibliche Form Unholdin) Hexenhammer erscheint. Autoren: Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Dieses Werk betrachtet die Frau als Hauptfeindin der Kirche. Durch seine genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zu einem während der Zeit der Hexenverfolgung immer wieder gedruckten Gebrauchswerk für Hexenrichter.
1492 Granada wird als letzter arab. Staat von Spanien zurückerobert - Ende der spanischen Reconquista.
Christoph Columbus entdeckt Amerika.
Martin Behaim entwirft den ersten Globus
1493 Maximilian wird Deutscher Kaiser, er wird der "letzte Ritter" genannt, da er versucht, die ritterlichen Ideale wieder zu beleben.
1495 Reichstag zu Worms
Maximilian I. versucht der inneren Zerrüttung des Deutschen Reiches (Fehdewesen, Raubrittertum) durch einen "Ewigen Landfrieden" zu begegnen.
1499 Krieg des Reiches gegen die Schweiz; mit dem Frieden von Basel wird die Schweiz unabhängig
1515 - 1518 Johannes Weyer, oder Wier, lat. Wierus (geboren in Grave, Brabant), Arzt und Literat, veröffentlichte 1563 sein bekanntes Werk "De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis" (Über Wunder der Dämonen, Beschwörungen und Vergiftung). Weyer stellt die Behauptung auf, dass Hexen nicht mit Ketzern zu vergleichen seien, sondern dass es sich um alte, melancholische Frauen handelte, die nicht mehr alle Sinne beieinander haben, mutlos, schüchtern und geistig so verwirrt sind, dass sie glauben, Dinge vollbringen zu können, die in Wirklichkeit unmöglich seien. Durch Folter erpresste Geständnisse seien schreckliche Fehler. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts verlange er die sofortige Freisprechung der Angeklagten, und sofern dies nicht möglich war, bestand er drauf, dass sie zumindest nicht gefoltert und getötet werden.
1517 Anschlag der 95 Thesen in Wittenberg.
Beginn von Luthers Übersetzertätigkeit mit den Bußpsalmen, Beginn der Reformation
1559 Verbot von Turnieren in Frankreich nach dem Tod Heinrich II. bei einem Turnier.
Endgültiger Niedergang des Rittertums

 

Anmerkung
Wir sind uns dessen wohl bewusst, dass nicht all die Jahreszahlen unumstritten erforscht sind, So möget Ihr es uns verzeihen, dass aufgrund der hier notwendigen Komprimierung vorwiegend die uns plausibelsten Schätzungen Erwähnung finden. So haben wir auch - um Missverständnissen vorzubeugen - für unsere Zeittafel die umfassendsten Deutung mit einem früheren Beginn sowie späterem Ende verwendet, Mit Sicherheit sind für andere Einteilungen auch gute Gründe anzuführen, jedoch wollten wir hir den größtmöglichen Überblick geben, denn die Ereignisse aus weltlichen und kirchlichen Bereichen, die viele Faktoren beinhalten mögen, nahmen unweigerlich auf die im Mittelalter lebenden Menschen großen Einfluss.

 

 

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