Definition
Mittelalter
Der Begriff Mittelalter bezeichnet im Groben eine Epoche in der europäischen
Geschichte zwischen der Antike (bis ca. 600 n. Chr.) und der Neuzeit (beginnt zwischen
1453 und 1517), die christliche und antike sowie keltische, germanische und slawische
Entwicklungen zusammenführt.
Wesentlich genauer sind folgende Merkmale: Das Mittelalter erstreckt sich
ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen
Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw.
bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft,
die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein als
gemeinsame Kultur- und Bildungssprache. Daneben ist die Idee der Einheit der christlichen
Kirche und ein recht einheitliches Weltbild kennzeichnend für diese Epoche. Die
vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters ist der Feudalismus.
Der Begriff Mittelalter wurde in der Form medium aevum (mittleres Zeitalter)
erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten eingeführt, die damit dann in
den beiden folgenden Jahrhunderten zugleich auch das Verständnis der eigenen Epoche als
"Epoche der Wiedergeburt" (Renaissance) begründeten.
Der Begriff des Mittelalters hat sich in der Folgezeit dann als Epochenbegriff mit
tendenziell abwertender Bedeutung etabliert, wobei die Epochengrenzen meist einerseits mit
dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahr 476 und andererseits mit der Eroberung
Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen angesetzt wurde, letzteres speziell im
Hinblick darauf, dass byzantinische Gelehrte bei ihrer Flucht in den Westen wichtige
griechische Handschriften mitbrachten, die dem lateinischen Mittelalter unbekannt
geblieben oder nur durch arabische Übersetzungen bekannt geworden waren.
Umgangssprachlich werden heute Denk- oder Verhaltensweisen oder ganze Kulturen als
mittelalterlich bezeichnet, um ihnen einen besondere Rückständigkeit und
Mangel an Aufklärung und Humanität zuzuschreiben.
Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im
allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16.
Jahrhundert), die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte
Verschriftlichung des Wissens, die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph
Kolumbus 1492, oder auch den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen
Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom
15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln. Im selben Zeitraum könnte man das Ende des
Mittelalters in Deutschland auch mit der Reichsreform als dem verfassungsrechtlichen Ende
des klassischen Feudalismus lokalisieren.
(Quelle:. wikipedia..de)
Untergliederung
des Mittelalters
Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 10.
Jahrhundert)
Hochmittelalter (Anfang 10. Jahrhundert bis ca. 1250)
Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Zeittafel
| 313 | Mailänder Toleranzedikt: Gleichstellung des Christentums durch Kaiser Konstantin |
| 326 | Weihe der ältesten Peterskirche durch Papst Silvester |
| 330 | Konstantinopel (Byzanz) wird Hauptstadt des Reiches |
| 375 - 568 | Beginn der
Völkerwanderung - wird in etwa als Beginn des Mittelalters angesehen. Anlass der Völkerwanderung ist 375 die Vernichtung des Ostgotenreiches durch die Hunnen in Südrussland (u.a.). |
| 395 | Beim Tod Theodosius I. Reichsteilung in West- und Ostrom |
| 410 | Einnahme und Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich |
| 441 - 453 | Attila dringt ins Byzantinische Reich und unter anderem 452 in die ital. Po-Ebene vor. |
| um 450 | Jüten, Angeln und
Sachsen landen in England und verdrängen die Briten nach Wales, Cornwall und Schottland (vermutliche Entstehung der "Artussage") |
| 452 | Leo I. der Große (440-461) erreicht durch Verhandlungen mit Attila den Rückzug der Hunnen |
| 455 | Eroberung und Plünderung Roms durch die Vandalen unter Geiserich |
| Frühmittelalter | |
| 468 | Die Franken gründeten durch Chlodwig (482-511) ein Königreich |
| 476 | Die Absetzung des Kaisers Romulus Augustulus markiert das Ende des Weströmischen Reiches; Baubeginn von S. Stefano Rotondo |
| 486 | Sieg der Franken über die Alemannen und Westgoten, wonach das Reich fast das gesamte Gebiet des heutigen Frankreichs umfaßte |
| 498 | Übertritt König Chlodwigs zum katholischen Glauben. Die Kirche erwuchs zur politischen Stütze des Reiches |
| 500 | Theoderich in Rom |
| 507 | Chlodwig erobert mit burgundischer Hilfe das Westgotenreich bis zu den Pyrenäen |
| 511 | Nach dem Tode Chlodwigs wurde das Reich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt |
| 531 | Die Merowinger eroberten Thüringen und unterwarfen das Burgunderreich |
| 536 | Der oströmische Feldherr Belisar besetzt Rom: Beginn der byzantinischen Herrschaft in Italien; Codex Justinianus |
| 539 | Sieg der Merowinger über die Ostgoten |
| 568 - 774 | Die Langobarden fallen in Norditalien ein und gründen 568 das Langobardenreich. |
| 579 | Belagerung Roms durch die Langobarden |
| 614 | Die größten Länder des dt. Reiches der Franken wie Austrien, Neustrien und Burgund erhielten Verwaltungsautonomie. An die Spitze der königlichen Hofverwaltung traten Adelige, sog. Hausmeier (major domus). Durch Machtansprüche der Hausmeier und daraus folgende innere Wirren begann der Zerfall des merowingischen Staatswesens und begünstigte den Aufstieg der Karolinger |
| 622 | Vermutete Gründung des Königshofes Lutra unter König Dagobert I. aus dem Geschlecht der Merovinger |
| 628 | König Edwin läßt an Brunnen Schöpfgefäße anbringen |
| 674 - 678 | Die arabischen Angriffe auf Konstantinopel werden abgewehrt |
| 687 | Pippin II. der Mittlere (Regierungszeit 679-714) weitete die Macht der Karolinger aus und wurde als Majordomus von Austrien nach kriegerischen Auseinandersetzungen Hausmeier des Gesamtreiches. Sein unehelicher Sohn Karl Martell (Regierungszeit 714-741), ebenfalls Majordomus, führte das Reich wieder zusammen und unterwarf die Alemannen und Thüringer |
| 697 | Karthago wird durch arabische Heere eingenommen |
| 711 | Sarazeneneinfall in Spanien. Unter dem Feldherr Tarik setzen Araber bei Gibraltar über und dringen in das Westgotische Reich ein. (in etwa der. Beginn des Rittertums) |
| 717 - 718 | Die arabischen Angriffe auf Konstantinopel werden abgewehrt |
| 718 | Erste Romreise Bonifatius |
| 732 | Die inzwischen über
Spanien nach Europa vorgedrungenen arabischen Heere werden von Karl Martell (Großvater
von Karl d. Grossen) in der Schlacht bei Tours und Poitiers besiegt. Kurz vor seinem Tode teilte er das Reich unter seinen Söhnen auf: Karlmann (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen, Pippin III. der Jüngere bekam mit Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen |
| 742 - 814 | Karl der Große (König der Franken ab 768; Kaiser ab 800) |
| 751 | Pippin III. wird nach
dem Merowinger Childerich III. als erster Karolinger von den Franken zum König gewählt. Er ließ sich auf Anraten des Papstes als erster fränkischer König mit dem heiligen Öl salben. Damit erkannte er die geistige Herrschaft des Papstes an. |
| Die langobardische Eroberung Ravennas bedeutet das Ende der byzantinischen Herrschaft in Mittelitalien | |
| 756 | Belagerung Roms durch die Langobarden. Der von Stephan II. zu Hilfe gerufene Frankenkönig Pippin III. gibt das eroberte Land als "Pippinische Schenkung" an den Heiligen Stuhl. Der Frankenkönig tritt als "Patricius Romanorum" und Schutzherr Roms die Nachfolge des byzantinischen Exarchen an. |
| 768 | Pippin teilte das
Frankenreich unter seinen Söhnen Karl (der Große) und Karlmann, der 771 stirbt, auf Karl der Große wird in Aachen zum König gekrönt. |
| 772 - 804 | Sachsenkriege von Karl
d. Großen gegen die Langobarden und die germanischen Stämme im Norden, die er unterwarf und christianisierte. |
| 772 Eroberung und
Zerstörung der Ermesburg und Zerstörung der Irminsul (heiliger Holzstamm der Sachsen). In der Folgezeit Massentaufen des Adels. |
|
| 774 | Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Grossen, Vereinigung mit dem fränkischen Reich. Langobardenkönig Desiderius wird zur Abdankung gezwungen. |
| Frankfurt (am Main), ursprünglich Römerkastell, dann fränkische Pfalz, unter dem Namen Franconofurd erstmals erwähnt; durch die Goldene Bulle (1356) Ort der Kaiserwahl, 1562-1806 Ort der Krönung des deutschen Königs bzw. Kaisers ( Paulskirche ) | |
| Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Grossen, Vereinigung mit dem fränkischen Reich. Langobardenkönig Desiderius wird zur Abdankung gezwungen. | |
| 781 | Rüstungsembargo der Franken gegen Slaven |
| 782 | Blutbad von Verden a.
d. Aller: Hinrichtung von (angeblich) 4500 aufständischen Sachsen durch Karl den Grossen. Daraufhin erneute sächsische Aufstände, Karl d. Grosse dringt bis zur Elbe vor. |
| 785 | Friedensschluss zwischen Widukind und Karl, Taufe von Widukind. |
| 790 | Die Pfalz in Worms brennt ab |
| 791 | Avarenfeldzug scheitert an Pferdeseuche im fränkischen Lager |
| bis zum 11.Jh | Die Todesstrafe ist für "Zaubereisünden" noch nicht vorgesehen. Zauberei und auch Ketzerei werden meist mit Kirchenbußen belegt. Karl der Große verbietet den Sachsen die Hexenverbrennung |
| 793 | Die Wikingerzeit beginnt mit der Plünderung des Klosters Lindisfarne in England. |
| 795 | Die ehemalige römische Siedlung Köln wird zum Erzbistum |
| 797 - 802 | Gesandtschaft Karls des Großen zum Kalifen von Bagdad |
| 800 | Kaiserkrönung Karls
des Großen durch Leo III. am 23. + 24.12.800 Beginn des fränkischen Imperiums |
| 802 | "Lex Saxonum" ist das sächsische Gesetz, das den Sachsen, obwohl am fränkischen "Lex Ripuaria" orientiert, größtenteils ihr altes Volksrecht wiederbringt. Ende der Sachsenkriege. |
| 806 | Errichtung des Kastells "Halla" durch den Frankenkönig Karl, Sohn Karls des Großen. |
| 814 | 28.01. Todestag Karls des Großen |
| Nach dem Tode Karls regierte sein Sohn Ludwig der Fromme (bis 840). Durch die Nachgiebigkeit Ludwigs gegenüber der Kirche und dem Adel entstand ein Rückgang der Zentralmacht des Frankenreiches | |
| 836 | Normanneneinfälle, unter anderem in London. |
| 843 | Reichsteilung: Im Vertrag von Verdun wurde das Reich Karls des Großen unterteilt in ein Mittel-, Ost- und Westreich. Kaiser Lothar I. (840-855) erhielt das Mittelreich mit den Kaiserstädten Aachen und Rom, Ludwig der Deutsche (843-876) das Ostfrankenreich, Karl II., der Kahle (843-877) das Westfrankenreich zugesprochen. |
| 845 | Normanneneinfälle, unter anderem in Hamburg und Paris. |
| 846 | Plünderung Roms durch die Sarazenen |
| 847 | Leo IV. läßt den Vatikan durch die Leoninische Mauer befestigen |
| 850 | Markgraf Liudolf wird Herzog in Ostsachsen (Vorfahr Otto des Großen) |
| 860 | Norwegische Wikinger entdecken Island |
| 870 | Aufteilung des Mittelreiches mit Lothringen, Burgund, der Provence und Italien auf das Ost- und Westfrankenreich |
| ab 871 | wurde England von angelsächsischen Königen regiert, die aus den skandinavischen Normannen hervorgingen |
| 881 - 882 | Normanneneinfälle in Köln und Aachen - in Aachen Zerstörung der Kaiserpfalz. |
| 885 | Alfred d. Große befreit London von den dänischen Wikingern |
| 906 | Zerstörung des Großmährischen Reiches durch die Ungarn (Magyaren) |
| um 906 | "Canon episcopi", für Jahrhunderte verbindliche kirchliche Rechtsverordnung: Luftfahrten von Frauen und Verwandlung von Menschen in Tieren werden erörtern und genau beschrieben, aber allerdings als Vorspiegelung des Teufels und Wahnvorstellungen bezeichnet |
| 909 | Gründung der Benediktinerabtei in Cluny |
| 910 | Gründung des Klosters Cluny, das keinem weltlichen Herrn, sondern nur dem Papst unterstellt war. Im Laufe von 200 Jahren schlossen sich mehrere hundert Klöster der Gemeinschaft der Cluniazenser an |
| Hochmittelalter | |
| 919 | Heinrich I. wird in
Fitzlar zum König von Franken und Sachsen gekrönt. Erstmalige Verwendung des Namens "Reich der Deutschen". Er führte heftige Kämpfe gegen die Dänen, Ungarn und heidnischen Slawen zwischen Elbe und Oder. |
| 929 - 930 | Tributzahlung Heinrich
I. an die Ungarn, Beginn von Aus- und Neubau von Burgen, u.a. in Magdeburg, Merseburg, Quedlinburg, Meißen und Hersfeld |
| 933 | Sieg über die Ungarn bei Merseburg. |
| 936 | Königskrönung Otto I (Sohn Heinrichs) in Aachen |
| 955 | Otto I. schlägt die
Ungarn am 10.08. auf dem Lechfeld bei Augsburg, im Oktober Sieg über die Slawen a. d. Recknitz |
| 962 | Otto I. wird in Rom
vom Papts zum römischen Kaiser gekrönt. Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen |
| 985 | Verleihung des Rechtes an Lautern auf Markt, Zoll und Bann durch Otto III |
| um 993 | Entdeckung Amerikas (Winland) durch den Wikinger Leif Eriksson |
| um 1000 | Entdeckung der Nordostküste Amerikas durch die von Island aus begonnenen Osebergschiffahrten der Wikinger |
| 1000 - 1200 | Aufkommen und große
Verbreitung von häretischen Sekten in europäischen Ländern. Dieses zwingt die Kirche, ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben zu ändern und seine Existenz einzugestehen |
| 1004 | Königskrönung von Heinrich II. in Pavia (1000 - 1024) |
| 1024 | Auf die sächsischen Ottonen folgten mit Konrad II. die fränkischen Salier, die das deutsche Reich nach Osten und Westen erweiterten |
| 1043 - 1099 | Die Reconquista, die Rückeroberung Spaniens, schreitet unter Rodrigo Díaz, bekannt auch unter dem Beinamen "El Cid", voran. Der Südosten und Granada bleiben in arabischem Besitz. |
| 1054 | Königskrönung Heinrich IV. in Aachen im Alter von vier Jahren, Heinrich wird erst 1065 mündig |
| Kirchenspaltung in katholische (Rom) und orthodoxe Kirche (Byzanz) | |
| 1063 | Die Normannen beginnen von Süditalien aus mit der Eroberung Siziliens, welches seit ca. 825 in arabischer Hand ist. |
| 1066 | Schlacht bei Hastings.
Wilhelm der Eroberer besiegt König Harald II. und wird zum englischen König gekrönt. Nach der siegreichen Schlacht bei Hastings wurde ganz England von französischen Normannen unterworfen. Auf Wilhelm den Eroberer (1066-1087 König von England) folgten bis 1272 mehrere Könige, darunter der dänische Wikinger Knut der Große. Aus angelsächsischen und normannisch-romanischen Elementen auf keltischer Grundlage formte sich die englische Nation |
| Heinrich IV heiratet Bertha von Susa in der Pfalz Trebur | |
| Gregor VII. eröffnet den Investiturstreit mit dem Kaisertum | |
| 1073 | Ausbruch des Investiturstreits zwischen Kirche und Staat aufgrund des Verbots der Laieninvestitur (Einsetzung der Äbte und Bischöfe durch den Kaiser) von Papst Gregor VII |
| 1074 - 1075 | Beginn des Investiturstreits, Papst Gregor VII. erläßt Zölibatsvorschriften für Priester und verbietet die Einsetzung von Laien in kirchliche Ämter |
| 1076 | Synode von Worms: Heinrich IV. und die deutschen Bischöfe erklären Papst Gregor VII. für abgesetzt. Heinrich IV. wird daraufhin von Gregor VII. im April mit dem Kirchenbann belegt und exkommuniziert. Mit dem Bann wird gleichzeitig der Treueid zwischen Heinrich IV. und seinen Gefolgsleuten aufgelöst |
| 1077 | Gang nach Canossa: durch den Bußgang König Heinrichs IV. nach Canossa wird der über ihn verhängte Bann von Papst Gregor aufgehoben |
| 1077 - 1080 | Rudolf von Schwaben wird von den Fürsten zum Gegenkönig gewählt. 1080 wird er bei Hohenmölsen besiegt. |
| 1080 - 1111 | Mehrere Gegenpäpste, zeitweilig gab es gleichzeitig drei Päpste |
| 1081 - 1088 | Gegenkönig: Herman von Salm |
| 1084 | Kaiserkrönung Heinrich IV. in Rom durch Gegenpapst Klemens III |
| 1090 | In Freisingen werden 3 sog. Wettermacherinnen verbrannt (damals gegen den Willen der Kirche) |
| 1095 | Auf der Synode von Clermont wird von Papst Urban II. zum Ersten Kreuzzug aufgerufen (»Deus lo volt« = Gott will es). Vorangegangen war die Nachricht, dass moslemische Seldschuken große Teile Kleinasiens erobert hatten. |
| 1096 | Schwere Judenverfolgungen in Speyer, Worms, Trier, Metz, Köln, Neuss und Xanten durch die Kreuzfahrer und einzelner Horden (ca. 4000 - 5000 Todesopfer). |
| Beginn der Kreuzzüge. Die von dem Araber Mohammed in Mekka 630 begründete Religion des Islams wurde zur Bedrohung für Byzanz. Da sich auch die heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem in den Händen der Araber befanden, rief Papst Gregor VII. zum Kreuzzug auf. | |
| 1. Kreuzzug - von Papst Urban II. veranlaßt - mit dem Ziel Jerusalem zu erobern und die Macht des türkischen Islam zu stoppen. | |
| Aufbruch eines großen christlichen Heeres Richtung Osten (ca. 50000 - 70000 Menschen) | |
| 1098 | Gründung des Zisterzienserordens durch Abt Robert Citeaux |
| 1099 | Ende des Ersten Kreuzzuges: Am 15.7.1099 gelingt nach mehrwöchiger Belagerung die Erstürmung Jerusalems (grausames Massaker an der Bevölkerung von Jerusalem durch die Kreuzfahrer, kaum ein Bewohner, ob Jude oder Moslem überlebte, auch Frauen und Kinder wurden nicht verschont) |
| 1100 | Ausgehend von Frankreich verbreitet sich das Turniers als ritterliches Kampfspiel |
| Die Äbtissin Hildegard von Bingen kritisiert kirchliche Missstände und schreibt religiöse und wissenschaftliche Texte | |
| 1100 - 1150 | Beginn der
Troubadeurskunst Beginn der Notre-Dame-Epoche Aufkommen des Minnesanges mit einem Instrument, das die Kreuzfahrer aus den arabischen Ländern mitbrachten: der Laute |
| 1113 | Der Johanniterorden wird gegründet: Schwarzer Mantel mit weißem Kreuz, im Krieg roter Waffenrock mit weißem Kreuz (Malteserkreuz). Vorläufer war die Bruderschaft des Spitals in Jerusalem |
| 1119 | Der Orden der Tempelherren (Templer) wird gegründet: Weißer Mantel mit rotem Kreuz |
| Die erste europäische
Universität wird in Bologna gegründet, Paris um 1150, Oxford 1163, Salamanca 1218 und Cambridge 1229 folgen |
|
| 1122 | Mit dem Konkordat von
Worms endet der Invesiturstreit, indem Heinrich V. auf die Einsetzung der Bischöfe
verzichtet (Der Papst ernennt die Bischöfe, der Kaiser jedoch stattet sie mit weltlicher Macht aus, Bischöfe müssen dem Kaiser den Lehnseid schwören) |
| 1125 | Wahl und Krönung Herzog Lothars von Sachsen zum deutschen König |
| 1125 - 1190 | Deutsches Reich der Staufer-Könige |
| 1127 | Erste Ritterturniere in Deutschland |
| 1128 | Konrad III. wird Gegenkönig, Krönung zum König von Italien in Monza |
| 1132 - 1133 | 1. Italienzug Lothars und Kaiserkrönung in Rom |
| 1136 - 1137 | 2. Italienzug Lothars,
Sieg über die Normannen und Eroberung Süditaliens. Lothar stirbt auf dem Rückweg in Tirol |
| 1138 | Wahl und Krönung Konrad III. zum deutschen König |
| 1146 | Aufruf zum 2. Kreuzzug durch Papst Eugen III |
| 1147 | Bernhard von Clairveaux veranlasst den 2. Kreuzzug unter Stauferkönig Konrad III |
| 1147 - 1149 | Die Rückeroberung Edessas, Ziel des Zweiten Kreuzzugs unter dem Staufer Konrad III. und Ludwig VII. scheitert |
| 1152 | Konrad III. stirbt in
Bamberg an Malaria. Wahl und Krönung (in Rom) Friedrich I. (Barbarossa) zum deutschen König |
| 1154 - 1155 | 1. Italienzug Friedrich I., Kaiserkrönung in Rom |
| 1158 | Regierungsbeginn
Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Unter ihm erreichte die Stauferzeit ihre Blüte in Baukunst, höfischer Ritterkultur und Wissenschaft (um 1200 Gründung von Universitäten in Paris und Bologna) |
| 1159 | Beginn des Schismas zwischen kaiserfreundlichem und sizilienfreundlichem Papst |
| um 1160 | Bildung der Gebossenschaft deutscher Kaufleute (Deutsche Hanse) |
| 1163 | Bau der Kathedrale Notre-Dame in Paris beginnt |
| 1165 | Heiligsprechung Karls des Grossen durch Gegenpapst |
| 1169 | Wahl und Krönung Heinrich IV. zum deutschen König |
| 1170 - 1220 | Blüte der höfischen Dichtung und des Minnesangs mit Chrétien de Troyes, Wolfram von Eschenbach, Hartman von Aue, Neidhart von Reuenthal und Walter von der Vogelweide |
| 1177 | Ende des Schismas |
| 1179 | Der Lyoner Kaufmann Waldes wird zum Armutsideal bekehrt. In der Folge entsteht die Sekte der Waldenser mit ihrem strengen Biblizismus |
| Das Laterankonzil ruft die weltlichen Mächte zur Bekämpfung der Ketzerei auf, und sofort begann eine entsprechende Kampagne | |
| 1187 | Eroberung Jerusalems
durch Sultan Saladin, Sieg über die Christen bei Hattin. Aufruf zum 3. Kreuzzug auf dem Reichstag zu Straßburg |
| 1189 - 1192 | Der Dritte Kreuzzug
unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa ertrinkt 1190 im Fluss Saleph. Richard Löwenherz erobert Akkon und erreicht einen Waffenstillstand mit Saladin. Gefangennahme von Richard Löwenherz durch Leopold von Österreich |
| 1191 | Kaiserkrönung Heinrich VI. in Rom |
| 1194 - 1195 | Freilassung von
Richard Löwenherz. Heinrich VI. erobert Normannenreich, Krönung in Palermo zum König |
| 1196 - 1227 | Der Stammesfürst Temudschin wird 1196 zum Dschingis-Khan erhoben und unterwirft bis zu seinem Tod 1227 als »Geißel Gottes« weite Teile Asiens |
| 1198 | Der Deutsche Orden, 1190 vor Akkon als Bruderschaft zur Krankenpflege gegründet, wird zum Ritterorden umgewandelt: Weißer Mantel mit schwarzem Kreuz. |
| Doppelwahl Phillips von Schwaben und Otto IV. zum deutschen König. "Bürgerkrieg" zwischen den Welfen und Staufern. | |
| Aufruf zum 4. Kreuzzug durch Papst Innozenz III. | |
| 1189 - 1216 | Papst Innozenz III. Unter ihm Höhepunkt der päpstlichen Machtstellung: Sizilien, England und Portugal sind bzw. werden päpstliche Lehen; Eingreifen in die inneren Verhältnisse Deutschlands und Frankreichs; Zentralisation der päpstlichen Gewalt innerhalb der Kirche; Errichtung einer lateinischen Kirche im Lateinischen Kaiserreich; Inquisition gegen sog. Ketzer; Aneignung von vom Reich beanspruchten Gebiete in Mittelitalien |
| 1199 | verbietet Innozenz III. die Bibellektüre in "occultis conventiculis" (privaten Zusammenkünften) als Reaktion auf die Katharer- und Waldenserbewegung |
| ab dem 13Jh | Beginn der Inquisition. Identifizierung der Ketzerei mit der Hexerei. Für die Kirche ging es dabei nicht um ein theologisches Problem oder eine Grundsatzdiskussion wie zur Zeit der ersten Häretiker, sondern um die Bekämpfung der Autorität feindlicher, gut organisierter Gruppen und natürlich um den eigenen Machterhalt. Beispielsweise ist die Vormachtstellung die katholische Kirche in der Languedoc bedroht. Inquisitionsverfahren als eigentliche Waffe der Kirche gegen Zauberei und Ketzerei |
| Örtliche Verbote des Besitzes von Übersetzungen der Bibel, gestattet sind nur Brevier und Psalter (auch für die Geistlichen) | |
| 1202 - 1204 | Das Ziel des Vierten Kreuzzugs soll Ägypten sein, durch Tranportprobleme des Heeres gelingt es dem venezianischen Dogen, die Kreuzfahrer nach Konstantinopel umzuleiten, das 1203 und 1204 erobert wird |
| 1208 | Ermordung König Phillips |
| 1209 - 1211 | Kaiserkrönung Ottos
VI., Verhängung des Kirchenbanns über Otto VI. von Papst Innozenz |
| 1209 - 1229 | Durch die Albigenserkreuzzüge, geführt von der römischen Kirche zusammen mit der französischen Krone, erstirbt die katharische Bewegung in Südfrankreich und ein Großteil der dort ansässigen Bevölkerung und ihrer Kultur wird ausgerottet. Damit wird auch die theologische Blüte der Katharer zerstört. Trotzdem bedeutet dies noch kein endgültiges Aus für diese Sekte. Noch bis 1412 existieren der Inquisition zum Trotz einzelne Katharergruppen in abgelegenen Pyrenäengegenden, Nordwestitalien und Sizilien |
| 1212 | Im Kinderkreuzzug ziehen ca. 7000 Kinder nach Genua. In Italien verliert sich ihre Spur, es gibt keine sicheren Berichte über deren Verbleib. Es gibt aber Thesen, nach denen mehrere tausend Kinder von Marseille aus als Sklaven nach Ägypten verkauft worden seien |
| 1215 | "Magna
Charta" (libertatum): Englische Barone erzwingen von König Johann I. ("ohne
Land") folgende Privilegien: freie Städte, freier Verkehr der Kaufleute, Erblichkeit
der Lehen und freie Wahl der Bischöfe durch die Geistlichkeit. König Johann verbriefte das Widerstandsrecht der Barone gegen den englischen König. Die Magna Charta gilt als Grundstein der englischen Verfassung |
| 4. Laterankonzil: Verkündigung, dass es den Teufel wirklich gebe und er von den niederen Dämonen zu unterscheiden sei. Die Erklärung lautete, dass Gott den Teufel und andere Dämonen von Natur aus gut erschaffen habe, dass sie aber aus eigenem Willen schlecht geworden seien | |
| nach 1215 | Unter Innozenz III. und Gregor IX. wird die Inquisition unabhängig von den Bischöfen und direkt dem Papst unterstellt. Eine Art des Prozesses ist im Entstehen |
| 1216 | Der Bettelorden der Dominikaner wird gegründet und vom Papst bestätigt |
| 1220 - 1231 | Übertragung von königlichen Rechten an Fürsten |
| 1223 | Der Bettelorden der Franziskaner wird gegründet und vom Papst bestätigt |
| 1225 - 1247 | Thomas von Aquin bestätigt die Existenz von Hexen und folglich auch von Dämonen. Er erklärt, dass es die Magie gebe und dass sie nicht das Werk der Hexen, sondern der Teufel sei. Er gilt als bedeutendster Philosoph und Theologe des Mittelalters mit Einfluss auf die katholische Lehre bis heute. Er entwickelte eine Aberglaubenstheorie, wonach der Mensch mit den Dämonen einen ausdrücklichen oder stillschweigenden Pakt eingehen kann. Somit können alle abergläubischen Handlungen ketzerisch sein. Er behauptet die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs zwischen Menschen und Dämon (Teufelsbuhlschaft) |
| 1227 | Papst Gregor IX. richtet Inquisitionsgerichte ein |
| 1227 - 1254 | Erbitterter Machtkampf der Staufer mit dem Papsttum, der mit dem Tod des Stauferkönigs Friedrich II. im Jahre 1250 endet. Sein Tod beendete gleichzeitig die Stauferepoche |
| 1228 - 1229 | Im Fünften Kreuzzug erhält Friedrich II. durch Vertrag von Sultan Elkamil von Ägypten Jerusalem, Nazareth und Bethlehem |
| 1229 | Synode von Toledo, mit
Zustimmung des Papstes Gregor IX. wird beschlossen, dass die Bischöfe Südfrankreichs
einen Priester in jeder Gemeinde ernennen, der zusammen mit einigen Rechtskundigen die
Rechtgläubigkeit der Gemeindemitglieder überprüft und die Ketzer anzeigen sollte.
Einführung des geistlichen Gerichts durch den Grafen von Toulouse. Die Synode verbietet auch Laien den Besitz einer Bibelübersetzung. Einzige Ausnahme: der Psalter |
| 1232 | Kaiser Friedrich II. verlegt seinen Sitz nach Palermo und fördert Kunst und Kultur. Er gesteht den deutschen Fürsten und den geistlichen Herrschern mehr Hoheitsrechte zu |
| Die römische Inquisition wird zu einer festen Institution unter Leitung des Papstes. Ihre Mitglieder rekrutieren sich hauptsächlich aus dem Dominikanerorden | |
| 1234 | Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen (Bauern); Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes/Frosches, Homagium. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten; Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an |
| 1235 | Breve von Papst Gregor IX., die Inquisition wird endgültig eingesetzt. Die Kirche gab das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen auf. Gregor IX. überträgt den Dominikanermönchen diese Aufgabe |
| 1241 | Schlacht bei Liegnitz zwischen dem deutsch-polnischen Ritterheer und den Mongolen. Obwohl die Mongolen siegen, ziehen sich diese aufgrund des Todes ihres Groß-Khans nach Asien zurück |
| 1248 - 1254 | Der Sechste Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich mit Ziel Ägypten scheitert, Ludwig gerät mitsamt Heer in Gefangenschaft, wird aber gegen Lösegeld freigelassen |
| Spätmittelalter | |
| um 1250 | Beginn der Inquisition und der Verfolgung von Menschen, die von den katholischen Glaubenssätzen abwichen, als Ketzer sowie deren Folterungen und Verbrennungen. Im Laufe der Zeit mehrere Millionen Opfer |
| Die Carmina Burana entsteht als Sammlung mittelalterlicher und deutscher Lieder | |
| Mittelalterliche Einteilung der "freien Künste" in "Trivium" (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und "Quadrivium" (Musik, Astronomie, Arithmetik, Geometrie) | |
| 1254 | Hofkaplan Robert de Sorbon gründet in Paris die Theologenschule, die ab dem 14. Jh. nach ihm "Sorbonne" genannt wird |
| 1260 | Die alchimistische Theorie vom "Stein der Weisen", der zufolge nach die Metalle aus Quecksilber, Schwefel und Salz bestehen und sich ineinander umwandeln lassen |
| 1265 | Marco Polo beginnt seine Forschungsreisen in den Fernen Osten |
| 1270 | Ludwig IX. kommt im Siebten Kreuzzug mit seinem Heer vor Tunis um. |
| 1273 - 1291 | Rudolf I. von Habsburg wird als erster Herrscher der Habsburger zum König des Deutschen Reiches gewählt |
| 1275 | Marco Polo reist nach China und gelangt nach Peking |
| um 1280 | Deutsche Hanse: Beginn der Bildung der Gesamthanse (Städtehanse) mit dem Vertrag Lübeck-Visby-Riga zum Schutz ihrer Händler: nicht mehr die Kaufleute versprechen sich gegenseitig Schutz, sondern die Städte |
| 1280 - 1368 | herrschten in Außereuropa die Mongolen vor und unterhielten ein Weltreich mit Zentrum in China. Eine westasiatische Machtballung der Mongolenzeit war das Reich der "Goldenen Horde". In den Teilfürstentümern, die von den Mongolen in Rußland beherrscht wurden, entwickelten sich Gegenströmungen mit dem Zentrum Moskau |
| 1297 | William Wallace besiegt in einem schottischen Volksaufstand bei Stirling Eduard I. und setzt nach der Niederlage bei Falkirk den Kampf bis zu seiner Hinrichtung 1305 fort. |
| um 1300 | Neue Erfindungen und Berufe: Apotheker in Deutschland, Brillen, Räderuhr und Hemmrad in Italien, Glasfenster finden Verbreitung, der Trittwebstuhl wird erfunden. In Brügge werden die ersten Messen veranstaltet, Antwerpen, Lyon und Genf werden wichtige Handelsstädte und politische Zentren |
| 1302 | Papst Bonifaz VIII. verkündet in seiner Bulle "Unam sanctam" den päpstlichen Weltherrschaftsanspruch |
| 1307 - 1311 | Ketzerprozesse gegen die Templer; offizielle Auflösung 1312 durch den Papst |
| 1309 | Papst Clemens V.
verlegt den Papstsitz nach Avignon. Damit beginnt die so genannte "Babylonische
Gefangenschaft der Kirche". (Das Papsttum geriet nach seinem übersteigerten Machtanspruch - zuletzt unter Papst Bonifaz VIII. in völlige Abhängigkeit von Frankreich. Fast siebzig Jahre bestand eine Schattenherrschaft der Päpste in Avignon weiter.) |
| 1311 | Dante arbeitet an der Göttlichen Komödie |
| 1318 | In Venedig wird ein Gesetz zur Geldüberschreibung (Giro) erlassen und damit ein neues Zahlungssystem entwickelt |
| 1328 - 1341 | Beginn der "Sammlung der russischen Erde" durch Iwan I. mit langsamer Ausdehnung. Die erfolgreiche Verdrängung der Goldenen Horde fand jedoch erst 1502 statt. |
| 1328 - 1498 | Regierung von Königen aus dem Hause Valois, einer Nebenlinie der Kapetinger, die unter ihrem ersten Repräsentanten Philipp VI. (1328-1350) begann. |
| 1335 - 1353 | Prozess von Toulouse; Vorwürfe: Anbetung des Teufels, Sabbat, Reigentanz; Motive hinter den Vorwürfen: religiöser Fanatismus des Inquisitionen; Reaktion: Ketzerprozess |
| 1339 - 1453 | 1339 beginnt Eduard
III. den Hundertjähriger Krieg zwischen Frankreich und England. Er wurde ausgelöst durch Erbansprüche Eduards III. an den französischen Thron und endete mit der wirtschaftlichen Ausblutung beider Länder. |
| Jeanne d'Arc besiegt vor Orleans die englischen Truppen und erreicht die Krönung Karls VII. zum König von ganz Frankreich (1429). Sie selbst wird in englischer Gefangenschaft als Hexe verbrannt (1431) | |
| 1346 | Schlacht von Crécy am
Samstag, dem 26. August 1346 Einer der vielzitierten Höhepunkte des hundertjährigen Krieges - Der Triumph des englischen Langbogens |
| 1347 - 1350 | Die Pest (der schwarze Tod), die 1346 ausbrach, wütet in Europa. - Ihr fallen ca. 25 Millionen Menschen zum Opfer! |
| 1350 | Teilung des englischen Parlaments in Ober- (House of Lords) und Unterhaus (House of Commons), das das Petitionsrecht erhält |
| 1348 | Geißlerzüge |
| um 1350 | Es tritt eine deutliche Vermischung der meisten Elemente des Zauberwahns mit der Ketzervorstellung ein: der Hexenbegriff des 15. Jahrhunderts bildet sich, die Zuspitzung auf Frauen fehlt aber noch |
| Beginn der Blütezeit der Hanse, ein Zusammenschluß nordeuropäischer, vorwiegend deutscher Städte, zur Sicherung von Handel und Schiffahrt. Die Kolonisation des Ostens steigerte den Warenaustausch (Rohprodukte aus dem Osten, Fertigwaren aus dem Westen). Die Städte erhielten Selbstverwaltungsrechte und damit starken politischen Einfluß. Es wurden Verkehrsverbindungen ausgebaut, so daß sich auch der Landhandel über die Landesgrenzen hinaus entwickeln konnte. Neben dem feudalistischen Adelsstand entstand allmählich das Bürgertum. | |
| 1353 | Boccaccio vollendet seine Novellensammlung "Decamerone" |
| 1356 | Erster allgemeiner Hansetag: Die Städtehanse beginnt zu entstehen. (Seeräuberproblem; flandrische Problematik Hundertjähriger Krieg wirkt sich auf Schiffahrt und Wollexport nach Flandern aus - Städte ziehen Interessenvertretung vom Brüger Kontor an sich) |
| In der "Goldenen
Bulle" von Prag bestätigt Kaiser Karl IV. den sieben deutschen Kurfürsten das Recht
zur ausschließlichen Königswahl. Die goldene Bulle regelte die Königswahl durch drei
geistliche und vier weltliche Reichsfürsten. Die Einmischung des Papstes wird abgelehnt.
Krönungsort war von 936 bis 1531 Aachen, danach Frankfurt. Darin wird auch die durch die Deutsche Hanse kurz zuvor beschlossene Gründung und Tätigkeit von Städtebünden verboten |
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| 1370 | Der Friede von Stralsund festigt die Entwicklung und Vormachtstellung der Deutschen Hanse |
| 1378 - 1417 | Die Papstmacht wird weiter geschwächt durch das große Schisma mit Gegenpäpsten in Avignon und Rom |
| 1401 | In England wird die Todesstrafe für Ketzerei eingeführt |
| 1401 - 1402 | Italienzug des Deutschen Kaisers Ruprecht von der Pfalz |
| 1410 | Niederlage des
Deutschen Ordens gegen Polen/Litauen: In der Schlacht bei Tannenberg besiegt ein polnisch-litauisches Heer den deutschen Ritterorden - ein Niedergang nach hoher wirtschaftlicher und kultureller Blütezeit im 14. Jahrhundert. |
| 1411 | 1. Thorner Frieden zwischen Polen und dem Orden |
| 1414 - 1418 | Konzil zu Konstanz;
Großeinsatz von mehr als 2000 Hübschlerinnen. Hier auch 1415 Verurteilung und Verbrennung des böhmischen Reformators Johann Hus |
| 1415 | In der Schlacht von
Azincourt siegt Heinrich V. gegen Frankreich. Die Normandie und Paris werden besetzt, Heinrich wird an der Regierung Frankreichs beteiligt |
| Beginn der Entdeckungen in Afrika unter Heinrich dem Seefahrer (Portugal) | |
| Auf dem Konstanzer
Konzil werden die Schriften Wyclifs und Hus' als häretisch verdammt und verbrannt. Auch Johann Hus selbst wird auf dem Konzil der Ketzerei für schuldig befunden und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. |
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| 1419 - 1436 | Der erste Prager
Fenstersturz (bei der Befreiung hussitischer Gefangener stürzen zwei Ratsherren Königs
Wenzels aus dem Fenster). am 30. Jli 1419 war der Auftakt zu den 15 Jahre dauernden
Hussitenkriegen als Folge der Verbrennung des Johann Hus. Erfolgreicher Einsatz militärischer Neuerungen (Wagenburgen, Volksaufgebote) gegen die Ritterheere des Reiches. Vorstoß hussitischer Heere bis tief ins Reich (Belagerung von Nürnberg) |
| 1429 | Jeanne d'Arc führt, göttlicher Eingebung folgend, die Franzosen zu neuem Widerstand gegen die englische Belagerung von Orleans |
| 1431 | Jeanne d'Arc wird aus politischen Gründen auf Betreiben der englischen Besatzungsmacht in Frankreich der Ketzerei angeklagt, um so den Widerstandswillen der Franzosen zu brechen. Vorwürfe: Bezweiflung der Autorität der Kirche. Noch im selben Jahr wird sie von der Inquisition als Ketzerin in Rouen verbrannt |
| 1438 | Das Haus Habsburg erringt die Kaiserwürde |
| 1440 | Friedrich III wird Deutscher Kaiser |
| Portugiesische Seefahrer beginnen mit der Kolonisation der Azoren und der westafrikanischen Küste | |
| 1445 | Johann Gensfleich
(Gutenberg) aus Mainz entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Lettern und druckt die
erste mit austauschbaren Typen gedruckte Gutenberg-Bibel. Die Erfindung der "Schwarzen Kunst", also des Buchdrucks mit gegossenen beweglichen Lettern und vor allem die Entwicklung einer für die Massenherstellung der Lettern geeigneten, leicht zu handhabenden Gießform markiert für viele das Ende des Mittelalters. |
| 1447 | Die vatikanische Bibliothek wird gegründet |
| um 1450 bis ca. 1700 |
Es folgen weitere wissenschaftliche Begründungen für den Dämonenglauben. Da der Teufelspakt Abfall von Gott bedeutet, wird ein besonderer Verbrechensbegriff "die Hexerei" entwickelt. Die Hexenverfolgungen beginnen |
| 1453 | Niederlage des letzten englischen Heeres gegen Frankreich bei Castillon - Ende des 100jährigen Krieges |
| Ende des oströmische Reich Byzanz nach über tausend Jahren durch türkische Eroberung. Die Türken drangen nach der Eroberung auf den Balkan vor. Die Folge der Eroberung von Byzanz war die Flucht vieler Gelehrter nach Italien. Sie brachten das Gedankengut des griechischen Altertums mit und begründeten so die Wiedergeburt der Antike, die italienische Renaissance | |
| 1455 | Beginn der Rosenkriege In England bekämpften sich bis 1485 die Adelshäuser Lancaster (Wappen: Rote Rose) und York (Wappen: Weiße Rose), in denen die Zahl der Adeligen durch Ausrottung auf die Hälfte dezimiert wurde. |
| 1456 | Die Verbreitung von Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärft die Verfolgungen |
| Rehabilitierung von Jeanne d'Arc | |
| 1459 | religiöser Fanatismus der Inquisitoren führt zum Übergang vom Ketzer- zum HexenProzess. Es entwickelt sich das Denunziationsprinzip.. |
| 1466 | 2. Thorner Frieden; Unterwerfung des Deutschen Ordens unter Polen |
| 1467 | Karl der Kühne wird Herzog von Burgund. |
| Beginn der Burgunderkriege mit dem Ziel der Vereinigung der räumlich getrennten Teile des Herzogtums von Seeland (Nordsee) bis Marseille. - Burgund wird der reichste und mächtigste Staat Europas | |
| 1470 | Aufbau eines spanischen Reiches unter Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien - ausgelöst durch die Streng katholischer Herrscher |
| 1471 - 1473 | Krieg der Hanse gegen England |
| 1476 - 1477 | Niederlagen Burgunds
gegen die Schweizer bei Grandson, Murten und Nancy. Tod Karls des Kühnen in der Schlacht bei Nancy |
| 1477 | Maximilian, Sohn des Deutschen Kaisers, heiratet Maria, Tochter Karls des Kühnen |
| Beginn der Kriege gegen Frankreich und die Niederlande zum Erhalt seines Erbes (Burgund) | |
| 1481 | Die Inquisition erreicht ihren Höhe punkt und führt zu fanatischer Religiosität |
| 1483 | Sieg Heinrich Tudor über Richard II bei Bosworth - Ende der Rosenkriege |
| 1484 | "Summis desiderantes" Ketzer/Hexenbulle des Papst Innozenz VIII. Auf Wunsch von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Mit dieser allgemein gehaltenen Bulle gelang es mit päpstlicher Autorität jeden Widerstand und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Prozesse und Hinrichtungen im Keim zu ersticken. Richtet sich gegen den Abfall vom katholischen Glauben bei Männer und Frauen gleichermaßen. Der Vorwurf der Schadenszauberei konzentriert sich auf die Verhinderung der Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Pflanze. |
| 1487 | "Malleus Maleficarum" (maleficarum, grammatikalisch weibliche Form Unholdin) Hexenhammer erscheint. Autoren: Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Dieses Werk betrachtet die Frau als Hauptfeindin der Kirche. Durch seine genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zu einem während der Zeit der Hexenverfolgung immer wieder gedruckten Gebrauchswerk für Hexenrichter. |
| 1492 | Granada wird als letzter arab. Staat von Spanien zurückerobert - Ende der spanischen Reconquista. |
| Christoph Columbus
entdeckt Amerika. Martin Behaim entwirft den ersten Globus |
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| 1493 | Maximilian wird Deutscher Kaiser, er wird der "letzte Ritter" genannt, da er versucht, die ritterlichen Ideale wieder zu beleben. |
| 1495 | Reichstag zu Worms Maximilian I. versucht der inneren Zerrüttung des Deutschen Reiches (Fehdewesen, Raubrittertum) durch einen "Ewigen Landfrieden" zu begegnen. |
| 1499 | Krieg des Reiches gegen die Schweiz; mit dem Frieden von Basel wird die Schweiz unabhängig |
| 1515 - 1518 | Johannes Weyer, oder Wier, lat. Wierus (geboren in Grave, Brabant), Arzt und Literat, veröffentlichte 1563 sein bekanntes Werk "De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis" (Über Wunder der Dämonen, Beschwörungen und Vergiftung). Weyer stellt die Behauptung auf, dass Hexen nicht mit Ketzern zu vergleichen seien, sondern dass es sich um alte, melancholische Frauen handelte, die nicht mehr alle Sinne beieinander haben, mutlos, schüchtern und geistig so verwirrt sind, dass sie glauben, Dinge vollbringen zu können, die in Wirklichkeit unmöglich seien. Durch Folter erpresste Geständnisse seien schreckliche Fehler. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts verlange er die sofortige Freisprechung der Angeklagten, und sofern dies nicht möglich war, bestand er drauf, dass sie zumindest nicht gefoltert und getötet werden. |
| 1517 | Anschlag der 95 Thesen
in Wittenberg. Beginn von Luthers Übersetzertätigkeit mit den Bußpsalmen, Beginn der Reformation |
| 1559 | Verbot von Turnieren
in Frankreich nach dem Tod Heinrich II. bei einem Turnier. Endgültiger Niedergang des Rittertums |
Anmerkung
Wir sind uns dessen wohl bewusst, dass nicht all die Jahreszahlen unumstritten
erforscht sind, So möget Ihr es uns verzeihen, dass aufgrund der hier notwendigen
Komprimierung vorwiegend die uns plausibelsten Schätzungen Erwähnung finden. So haben
wir auch - um Missverständnissen vorzubeugen - für unsere Zeittafel die umfassendsten
Deutung mit einem früheren Beginn sowie späterem Ende verwendet, Mit Sicherheit sind
für andere Einteilungen auch gute Gründe anzuführen, jedoch wollten wir hir den
größtmöglichen Überblick geben, denn die Ereignisse aus weltlichen und kirchlichen
Bereichen, die viele Faktoren beinhalten mögen, nahmen unweigerlich auf die im
Mittelalter lebenden Menschen großen Einfluss.
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